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Fossile Policies und Investments: Deka Investments

Bild: © n.v.

Teil 3 unserer Analyse der fossilen Richtlinien und Investitionen der 4 großen deutschen Vermögensverwalter. Diesmal: Deka Investments, das Investmenthaus der Sparkassen.

  • Mitglied in der Net Zero Asset Managers initiative (NZAM)[1]
  • aber: Investiert in Unternehmen, die im Kohle-, Öl- und Gasbereich immer noch expandieren
  • hat für das Gros ihrer Fonds keine angemessenen Ausschlusskriterien für fossile Unternehmen: 30% bzw. 40% bei Kohlebergbau / Kohleverstromung für herkömmliche, aktiv gemanagte Fonds[2]
  • Nachhaltigkeitsfonds: vollständiger Ausschluss von Kohlebergbau; Verstromung ab 10% Umsatz
  • Expansionisten[3] nicht explizit ausgeschlossen, keine absoluten Schwellen
  • bleibt explizit investiert, um über Engagement Einfluss zu nehmen, ist aber intransparent bei den Ergebnissen dieser Dialoge

 

Beteiligungen von Deka-Fonds an Kohle-, Öl- und Gasunternehmen

Art Anzahl der Fonds Volumen sämtlicher Fonds Beteiligungen an GCEL-Unternehmen Beteiligungen an GOGEL-Unternehmen
ESG-Fonds 35 17.311,54 108,55 259,38
Herkömmliche Fonds 152 73.231,74 1.110,98 3.137,17

in Mio. EUR, Summen aus allen Fonds aufaddiert (Faire Fonds Update November 2022)

 

Kohleunternehmen in herkömmlichen Fonds Kohleunternehmen in ESG-Fonds Öl- und Gasunternehmen in herkömmlichen Fonds Öl- und Gasunternehmen in ESG Fonds
Enel SpA 55 Enel SpA 8 E.ON SE 48 Snam SpA 16
Glencore plc 30 Aurizon Holding Ltd 3 TotalEnergies SE 46 OMV AG 10
RWE AG 29 CenterPoint Energy Inc 2 Eni SpA 38 Sempra Energy 9
Fortum Oyi 24 Power Finance Corp Ltd 2 Snam SpA 38 Enagas 7
BHP Group plc 23 OMV AG 36 Repsol SA 7

Name des Unternehmens und Anzahl der beinhaltenden Fonds von Deka Investments (Faire Fonds Update November 2022); Erläuterungen zu den Unternehmen finden sich hier.

 

Die Fondsgesellschaft der Sparkassen-Finanzgruppe nimmt mit der Wortschöpfung „Sinnvestieren“ die nachhaltig orientierten Kund*innen in den Fokus des Marketings. Der Slogan soll suggerieren, dass an die Generation von morgen gedacht wird.

Diesem Anspruch werden aber die Richtlinien zu fossilen Investitionen nicht gerecht. Zwar hebt Deka Investments den Ausschluss von Kohle und Kohleverstromung hervor. Doch die Umsatzschwellen liegen bei 30% bzw. bei 40% und damit zu hoch, um bis 2030 den Kohleausstieg bewerkstelligen zu können. Außerdem gelten diese Schwellen nur für aktiv gemanagte Publikumsfonds. ETFs wenden diese Kriterien nicht an. Nur bei den wenigen sog. Nachhaltigkeitsfonds sind diese relativen Umsatzschwellen akzeptabel: Kohlebergbau ist ganz ausgeschlossen, Kohleverstromung immerhin schon ab 10%. Aber auch hier fehlen der „Mittelbau“ der Kohlelieferkette, der Transport, und expandierende Unternehmen.

Dass die Umsatzschwellen zu hoch sind, zeigen Fonds, die Anteile von Glencore halten. Der Schweizer Bergbau-Riese produziert über seine Tochter-Firmen mehr als 10 Millionen Tonnen Kohle und plant zudem den Ausbau seiner Anlagen in Australien und Südafrika.

Ein weiteres Manko ist die fehlende Regelung zu Öl und Gas. Hier ist Deka Investments völlig blank und muss dringend nachbessern. Investitionen in die drei Öl-Riesen TotalEnergies, Shell und ExxonMobil (46, 17 bzw. 13 Fonds von Deka Investments sind in diese Unternehmen investiert) sind klimapolitisch eine Katastrophe. Die drei Unternehmen wollen in den nächsten 1 bis 7 Jahren neue Öl- und Gasressourcen von insgesamt mehr als 15.000 mmboe abbauen. Außerdem haben sie zwischen 2019 und 2021 jedes Jahr im Durchschnitt zusammengerechnet 4,8 Milliarden USD für die Erkundung weiterer Ressourcen ausgegeben. Von einer Transformation dieser Unternehmen kann also keine Rede sein! Deka Investments muss sich mindestens klar dazu bekennen, von diesen Unternehmen keine neuen Aktien und Anleihen mehr zu übernehmen.

Ohne absolute Schwellen für fossile Energien und eine klare rote Linie gegenüber Expansionisten ist der Werbeslogan „an die Generation von morgen denken“ ein klarer Fall von Greenwashing.

 

Deka Investments muss:

  • eine Kohlerichtlinie einsetzen, nach der Expansionisten ab sofort ausgeschlossen sind und ggf. sofort verkauft werden
  • bis 2030 in EU und OECD-Ländern aus der Kohle aussteigen, weltweit bis 2040

 

  • eine Richtlinie für Öl und Gas einsetzen, nach der ab sofort keine neuen Investitionen mehr in Expansionisten erfolgen dürfen
  • die das Divestment der bestehenden Investitionen in Expansionisten bis 2023 vorsieht

 

  • im Dialog mit den Unternehmen die Stilllegung der Kohleminen einfordern
  • von allen fossilen Unternehmen die Halbierung der CO2-Emissionen bis 2030 fordern
  • Transparenz über die Reduktionsziele der fossilen Unternehmen einfordern
  • auf Hauptversammlungen gegen alle Klimapläne stimmen, die nicht mit dem 1,5°-Ziel vereinbar sind und die den Ausbau von Kohle-, Öl- und Gasanlagen gestatten

 

[1] https://www.netzeroassetmanagers.org/signatories/deka-investment-gmbh-deka-vermogensmanagement-gmbh/

[2] https://www.deka.de/privatkunden/ueber-uns/deka-investment-im-profil/nachhaltigkeit

[3] Expansionisten: Unternehmen, die neue Kohleminen, Kohlekraftwerke, Öl- und Gasfelder, LNG-Terminals und/oder Pipelines planen und (aus-) bauen. Solcherlei Ausbauplänen stehen jedoch im harschen Gegensatz zu der Einhaltung des 1,5°-Ziels von Paris.

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